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 Beitrag Verfasst: Sa 17. Mär 2018, 19:46 
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Registriert: Mo 18. Feb 2013, 18:16
Beiträge: 94
Dieser Beitrag kann grundsätzlich auf alle BIID forman angewandt werden, ist jedoch im Beispiel der Querschnitts form geschrieben!

… Ich wünsche mir im Rollstuhl zu sitzen …
… Ich wünsche mir Amputiert zu sein …
… Ich wünsche mir Blind zu sein …

Dies sind alles Aussagen die für den „Normalbürger“ erstmal absurd sind, doch für uns sind diese Aussagen völlig Normal wir Leben mit diesem Druck, wir Leben mit dieser Störung! Wobei warum eig. Störung? Sind diese gedanken wirklich eine Störung? Ich bin der Festen überzeugung Nein sie sind keine Störung den eine Störung kann es nur geben wenn es eine Norm gibt und genau die gibt es in meinen Augen nicht.

… Ich wünsche mir Eingesperrt zu sein …
… Ich wünsche mir als Sklave leben zu müssen …
… Ich wünsche mir das Geschlecht zu ändern …

Auch das sind Wünsche, wünsche die für uns vielleicht nicht „Normal“ sind, aber für die jenigen an Gruppen die sich es Wünschen wiederum föllig normal sind. Ich bin zwar erst 22 Jahre Jung und habe definitiv noch nicht viel gesehen, aber das was ich bisher in meinen Jungen Jahren gesehen habe sagt mir „Hey in jedem Menschen stecken Geheime vorlieben“ bei den einen Stärker bei den anderen schwächer, die einen belastet es in der Psyche – die anderen leben es Sexuell aus aber das Außergewöhnliche steckt irgendwie doch in jedem von uns.

Wenn wir in solch einer Situation sind suchen wir gleichgesinte wir haben das Bedürfniss offen darüber zu reden aber wollen dennoch nicht von anderen erkannt oder geouttet werden, Das ist ein Prozess der die Sache nicht gerade einfacher macht.

Mit meinem Querschnittswunsch habe ich denke ich schon so jede ebene durch? Warum wünsche ich mir den Querschnitt? Will ich aufallen? , habe ich BIID?, bin ich Pretender?, habe ich ein Sexuelles Intresse? Ich habe schon so ziemlich jede komponente durch und bin genau so schlau wie vor einigen Jahren. Doch heute ist es mir Egal wieso, weshalb, warum… Ich möchte mein kurzes Leben nicht damit verschwenden nach der Ursache zu suchen, warum bin ich „anderster“ als andere? Ich möchte einfach nur Leben und glücklich sein und wenn ich eben im Rollstuhl glücklich bin dann ist es eben so.

Bleibt nur das Problem wie Reagiert das Umfeld? Wie Reagieren tatsächlich betroffene? Rollstuhlfahrer, Blinde, Entführte, Sklaven aus 3. Ländern… Verletze ich sie mit meinen ansichten? Mach ich mir Feinde in meiner Umwelt?, werden Freunde zu mir den Konkakt abbrechen? Wie gehe ich damit um? Verschließe ich mich? Öffne ich mich? Lebe ich einfach? Hole ich mir hilfe? Das sind alles Fragen die einige von uns warscheinlich schon das halbe Leben Teilen…

Anfangs war ich wie leider die meisten eher auf der Konservertieven seite genau diese gedanken haben mich vom Handeln abgehalten ich habe mich früher Verstekt und phantasien im Kopf behalten. Heute weis ich das es ein Fehler war.

Vor vier Jahren war es dann soweit ich habe den ersten Schritt gewagt und habe mir meinen ersten Rollstuhl besorgt auf die Frage wieso ich ihn habe … antwortete ich schlicht und einfach ich habe Schmerzen…. Kein Mensch auf der Erde kann in mich rein gucken…. Kein Mensch auf der Welt kann mir beweisen das ich keine Schmerzen habe. Die leute sind quasi dazu verpflichtet dies genau so hinzunehmen.

Schön und gut jetzt ist zwar der Rollstuhl da aber wie zum teufel schafe ich es nicht als „faker“ entlarft zu werden? Wie schaffe ich es meine Beine ruig zu halten? Wie schaffe ich es nicht aufzufallen? Auch das sind quälende Fragen auf die es eig. Keine Antwort gibt. Das Unauffäligste ist eben wirklich „normal“ zu sein nicht zwangshaft etwas versuchen. Das beste beispiel sehe ich darin ich lese hier immer wieder Beiträge in denen man sich vor angst in die Hose macht weil andere sehen könnten das man die Beine bewegt… Das man doch mal an einer Bordstein Kante scheitert … Das Menschen einen Ansprechen… und und und

Ich sage einmal ganz vereinfacht daher gesagt Na und? Dann bewegt man halt die Beine… Dann steht man halt mal auf… Dann sagt man halt das man Schmerzen hat… Was sich für manchen jetzt warscheinlich anhört wie der Pure Horror ist für mich mitlerweile völlig normal geworden. Seid 4 Jahren hab ich meinen Rolli, seid 1,5 Jahren nutze ich ihn Intensiv (ca. 95%)

Die Meisten Rollstuhlfahrer können ein bisschen gehen…
Die Wenigsten Rollstuhlfahrer können ihre Beine null bewegen
Viele Rollstuhlfahrer haben eine Tagesabhänige Form wie ausgeprägt die Behinderung ist.

Setzt euch Rein, fahrt herum und fühlt euch wohl, lebt euer Leben denkt nicht über die Raktion andere nach… stellt euch doch einfach mal vor Ihr hättet wirklich starke schmerzen beim gehen es währe nichts erfundens es ist wirklich so ihr währt qussi zu 100% in der Gleichen situation und würdet euch mit dem Rolli in den Alltag kämpfen!


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 Beitrag Verfasst: So 18. Mär 2018, 08:44 
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Registriert: So 19. Dez 2010, 21:17
Beiträge: 171
Wohnort: BBG (Salzlandkreis in Sachsen Anhalt)
ein sehr schöner betrag der zum nachdenken und überdenken der eigenen einstellung anregt.
muß für mich feststellen das da was wahres dran ist und es die Situation erleichter könnte wen man man selber ist und wenige drüber nachdenkt ob fragen kommenn könnten.


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 Beitrag Verfasst: So 18. Mär 2018, 15:49 
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Registriert: Mo 18. Feb 2013, 18:16
Beiträge: 94
Genau das ist/war mein Ziel!

Freut mich :-)


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 Beitrag Verfasst: Mo 19. Mär 2018, 23:15 
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Registriert: So 26. Feb 2017, 10:46
Beiträge: 2
Du hast absolut recht. Klar gibt es Rollifahrer die nicht unbedingt dauernd auf den Rolli angewiesen sind. Es gibt sehr, sehr viele Arten von Lähmungen. Ich selbst gehe an Krücken mit einer "Beinprothese", die aber eigentlich eine Orthese ist, aber wie eine Prothese gearbeitet ist und auch so aussieht. Mal trage ich sie, zum einkaufen, schlendern, mal nicht. Nein, wenn ich mich mit Freunden treffe nicht. Das wären mir dann doch zuviele Fragen. Aber ich sollte es tun und offensiver sein. Ich danke dir für deine Anregung! Gruss Holzbeinrainer


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 Beitrag Verfasst: Do 22. Mär 2018, 17:01 
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Registriert: Do 29. Dez 2016, 09:38
Beiträge: 81
Wohnort: Bowil, Region Bern
Hallo Drescher

Ich könnte es nich anders beschreiben. Ich bin zu 98% auf den Rolli, wegen Schmerzen inden Knieen, angewiesen. Ich kann gehen und bewege meine Beine. Mein jetztige Rolli ist von der Invalidenversicherung bezahlt.

Zuerst habe ich auch im geheimen in einem selbstgekauften Rollstuhl gefaren, bis ich mir eingestehen musste, dass ich nicht mehr ohne Rolli auskommen werde. Einmal wegen den Schmerzen und zum Anderen weil ich so meinen Druck auf meine Wunsch QSL zwischen Th11 und L1 lindern kann.

Herzlichen Dank für deinen Artikel. Dieser brachte mich zum Nachdenken.

_________________
Der Wunsch bleibt, die Realität leider auch.

Grüsse BiidTom


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 Beitrag Verfasst: Sa 24. Mär 2018, 07:52 
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Registriert: Mi 6. Dez 2017, 15:47
Beiträge: 8
Wohnort: Baden-Württemberg
Toll geschrieben!

Vielen Dank.


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 Beitrag Verfasst: So 25. Mär 2018, 19:45 
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Registriert: Mo 13. Nov 2017, 21:54
Beiträge: 15
Wohnort: BW
Drescher hat geschrieben:
Setzt euch Rein, fahrt herum und fühlt euch wohl, lebt euer Leben denkt nicht über die Raktion andere nach…


Das sollte ich mir an den Spiegel hängen, damit ich es jeden Tag sehe und vielleicht irgendwann mal umsetze. Hört sich so einfach an und ist doch so schwer. Vielleicht liegt es auch an meinem fortgeschrittenen Alter ;-) hab ja jahrzehntelange Erfahrung im "Verstecken". Letztes Jahr habe ich mir endlich einen Rolli gekauft und das Herumfahren tut so gut, dass ich wirklich anfangen sollte, es öfter und offener zu tun. Wenn ich Schmerzen hätte, so wie du es schreibst, würde ich ja auch offen(er) damit umgehen.

Vielen Dank für deine Worte!


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 Beitrag Verfasst: Mi 30. Mai 2018, 17:56 
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Registriert: Fr 24. Nov 2017, 13:01
Beiträge: 15
Drescher, Vielen Dank fuer den wunderschoenen Beitrag.

Ja, das stimmt sicher: je besser man sich mit seinem Selbst arrangiert desto besser geht es einem auch.


Ich kann Dir allerdings schon beim ersten Satz so recht nicht folgen. Querschnitt – ja, da kann ich mir vorstellen, dass man das vielleicht ein klein wenig simulieren, ein klein wenig richtig erleben kann.

Bein ab … das geht nicht wirklich. Nein, echt nicht. Hab ich probiert. Es nervt eigentlich nur noch mehr eben weil es so gerade nicht das Echte Gefuehl ist.


Und auch beim zweiten Punkt mag ich Dir so recht nicht folgen. Ich wuensche mir wirklich, wirklich keine Amputation. Also so zwei gesunde Fuesse … das ist schon toll! Ich kann laufen, springen, tanzen, klettern. Es scheint nur so, als ob mich das langsam aber sicher umbringt. Die seelische Zerruettung, der Stress, die Depressionen … das kostet mich Jahre meines Lebens. Von daher – ja, ich kann eine Amputation sicher gut brauchen – vielleicht am ehesten so wie jemand mit Knochenkrebs. Aber mir eine Amputation “wuenschen” … nee, eher nicht.

Aber toll, wenn man damit so positiv umgehen kann!

Ja, ich wuerde mich bestimmt auch riesig freuen, wenn ich meinen rechten Fuss mal los waere aber das bringt mich glaube ich nicht zu einem natuerlichen Zustand froehlicher Ganzheit oder so. Ich sehe das eher so, dass ich eine gruselige und sehr, sehr ungesunde geistige Behinderung gegen eine ertraegliche Korperbehinderung tauschen wuerde.

Schon spannend wie unterschiedlich man sich damit arrangieren lernt.

Tilman


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