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 Betreff des Beitrags: Bericht in RP-Online
 Beitrag Verfasst: Di 2. Jun 2015, 15:53 
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Registriert: Mo 6. Dez 2010, 17:34
Beiträge: 1865
Hallo Forumsmitglieder

Auf der Seite von RP-Online ist am 27. Mai 2015 ein Bericht über BIID erschienen:

Sehnsucht nach der Versehrtheit
"Bitte amputieren Sie mir mein Bein"

Link:
http://www.rp-online.de/leben/gesundhei ... -1.5066173

Beste Grüsse
wannabeCH


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 Betreff des Beitrags: Re: Bericht in RP-Online
 Beitrag Verfasst: Di 2. Jun 2015, 18:37 
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Registriert: Mo 6. Dez 2010, 17:34
Beiträge: 1865
Folgender Abschnitt finde ich etwas kurios:

Versuch der Linderung

"Es gibt eine Studie, die zeigt, dass Patienten durch die Einnahme von Medikamenten in ihrer Situation besser zu Recht kommen und lernen, mit ihrem ständigen Drang besser umzugehen", sagt Prof. Erich Kasten.


Um was für eine Studie handelt es sich hier? Ich habe noch nie was von dieser Studie gehört und auch im Forum und auf der VFSK-Seite wurde eine solche Studie nie angekündet oder publiziert.

Falls dies wirklich stimmen sollte, wäre es doch von grosser Wichtigkeit, dass unter BIID leidende Menschen davon erfahren sollten! Auch sehr merkwürdig, dass NIEMAND der Betroffenen was darüber im Forum geschrieben hat - und schon gar kein Erfahrungsbericht dazu vorhanden ist.

Wirklich sehr merkwürdig....

Grüsse
wannabeCH


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 Betreff des Beitrags: Re: Bericht in RP-Online
 Beitrag Verfasst: Di 2. Jun 2015, 19:34 
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Registriert: Sa 15. Jan 2011, 16:27
Beiträge: 1307
Wohnort: Rheinland
...dann sollten wir ihn einmal fragen.
Soweit ich weiß, haben alle mir bekannten Forscher/innen berichtet, dass medikamentöse Behandlungen allenfalls durch BIID verursachte Depressionen etwas abfedern können (→ also klassisches "Kurieren an Symptomen"). Eine Linderung des Leidensdrucks ist mir nicht bekannt.

Liebe Grüße vom LAK


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 Betreff des Beitrags: Re: Bericht in RP-Online
 Beitrag Verfasst: Di 2. Jun 2015, 19:48 
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Registriert: Do 31. Mai 2012, 10:11
Beiträge: 356
Warscheinlich bezog sie sich auf diese Abschnitte auf BIID DACH org.

"Hier und da wird vorgeschlagen, Medikamente zu versuchen, zum Beispiel Antidepressiva (meist Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer). Einige BIID-Betroffene, die diese ausprobiert haben, berichten, dass sie weniger verzweifelt waren und sich weniger Vorwürfe gemacht haben. Solche Medikamente bringen zwar keine Lösung, aber sie lindern Depressionen, Grübel und Verzweiflung und können verhindern, dass man unter Umständen etwas Schlimmes tut."

"Forschungsergebnisse über Therapieversuche und ihren Erfolg zeigen, dass die meisten Betroffenen nach einer solchen Beratung viel besser mit BIID leben können, und manche sagen, dass die Sehnsucht selbst auch viel schwächer geworden ist. Einzelne berichten, dass ihr BIID-Drang sehr schwach geworden oder verschwunden ist, ob zeitweise oder ganz.

"Völlig ungeklärt ist bislang, ob und in welchem Ausmaß sich BIID von Therapie oder Trainings beeindrucken lässt. Bisherige, eher unsystematische Studien oder Einzelfallberichte (Bayne & Levy, 2005; Braam, Visser, Cath,& Hoogendijk, 2006) wie auch Berichte von Betroffenen (Nelson, 2009; O’Connor, 2009) deuten darauf hin dass psychotherapeutische Intervention wie auch antidepressive Medikation zu einer gewissen Erleichterung führen kann."

Ich glaube auch irgendwie nicht, dass sie wirklich ein Interview mit Prof. Kasten geführt hat. Es klang alles sehr danach als ob es angelesen wurde und dann in eigenen Worten umgeschrieben worden ist.
Nicht zur Aufklärung sondern wieder einmal Sensationsmacherei. Wenigstens wurde auf die Info Seite verwiesen.

Gruss
Andrea


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 Betreff des Beitrags: Re: Bericht in RP-Online
 Beitrag Verfasst: Di 2. Jun 2015, 20:15 
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Registriert: Fr 15. Jul 2011, 17:42
Beiträge: 985
Wohnort: Ruhrgebiet
auch ich finde den Bericht sehr merkwürdig....

...unter anderem finde ich auch diese Aussage sehr kurios:

"Wie es zu der psychiatrischen Erkrankung kommt, ist weitestgehend unklar. Einige Mediziner wie Richard Bruno vom Medical Center in New Jersey sehen als Auslöser mangelnde Zuneigung in der Kindheit. Seinem Erklärungsmodell nach versuchen die Betroffenen durch den übermächtigen Wunsch nach einer Amputation und damit verbundener Aufmerksamkeit und Zuwendung das unbewusst auszugleichen."

Kennt irgendjemand hier diesen Richard Bruno bzw. hat irgendjemand schon mal was von ihm im Zusammenhang zu BIID gelesen? Ich frage mich nämlich, wie er zu dieser Erkenntnis kommt.

Ich bin auch der Meinung, dass wir Prof. Dr. Kasten hierzu befragen sollten inwieweit er an der Entstehung des Artikels mitgewirkt hat

Liebe Grüße
RollingLady

_________________
Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum


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 Betreff des Beitrags: Re: Bericht in RP-Online
 Beitrag Verfasst: Di 2. Jun 2015, 20:34 
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Registriert: Mi 8. Dez 2010, 19:08
Beiträge: 751
Zu Richard Bruno (Medical Center New Jersey) habe ich folgenden Link gefunden:

https://books.google.de/books?id=MLuXeW ... ey&f=false


Es handelt sich um ein Buch von Christiane Gelitz mit dem Titel "Psychotherapie heute" (2012), in dem Sabine Müller einen Artikel geschrieben hat. " Dieses Bein will ich nicht" (S. 64 ff)


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 Betreff des Beitrags: Re: Bericht in RP-Online
 Beitrag Verfasst: Di 2. Jun 2015, 21:21 
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Registriert: Mo 6. Dez 2010, 17:34
Beiträge: 1865
Nun habe ich auch den Verdacht, dass Caroline mit ihrer Vermutung recht hat. Dieser Journalist hat einfach von der BIID-DACH-Seite und dem Artikel von Sabine Müller "abgeschrieben". Sogar die Überschrift hat er übernommen.

Die These von Sabine Müller, dass BIID eine psychiatrische Erkrankung sei, wurde schon vor Jahren widerlegt (über sie wurde ja im Forum schon öfters diskutiert). Es gibt mittlerweile viele Studien wo BIIDler direkt mitgemacht haben und unzählige persönliche Untersuchungen. Bei KEINEM wurde wegen BIID eine psychiatrische Krankheit festgestellt.

Ich frage mich, ob Sabine Müller überhaupt jemals einen BIID-Betroffenen untersucht hat, oder ob sie ihre Studien "aus der Ferne" betrieben hat.

Beste Grüsse
wannabeCH


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 Betreff des Beitrags: Re: Bericht in RP-Online
 Beitrag Verfasst: Di 2. Jun 2015, 21:55 
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Registriert: Di 7. Jan 2014, 22:16
Beiträge: 112
Wohnort: Niedersachsen
Die gute Dame Frau S-M hat sich gar nicht mehr großartig auf BIID eingelassen. Da gibt es nichts Neues.

Ich vermute auch das dieser Artikel nicht wirklich rechercheriert und erarbeitet ist, sondern das Sie ein paar Wortfetzen aus dem Netz zusammen gestellt hat. Das ist mittlerweile keine besondere Leistung. Nur sollte die Verfasserin dann auch richtig abschreiben und nicht einfach gewünschte Hypothesen oder ähnliches als Tatsachen darstellen. Oder wir haben bis jetzt noch nichts über den neuen wissenschaftlichen Kenntnisstand erfahren. Was ich aber stark bezweifle.
Angeblich hat Sie Psychologie studiert.
http://www.rp-online.de/autor/tanja-walter-wat/

_________________
Es gibt nur einen richtigen Weg - und das ist dein gewählter Weg.


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 Betreff des Beitrags: Re: Bericht in RP-Online
 Beitrag Verfasst: Sa 6. Jun 2015, 14:06 
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Registriert: Fr 15. Jul 2011, 17:42
Beiträge: 985
Wohnort: Ruhrgebiet
Liebe Forumsmitglieder,
nachdem der oben genannte Artikel hier im Forum für einige Irritationen und Unverständnis gesorgt hat, habe ich, in Absprache mit wannabeCH, Prof. Dr. Kasten angeschrieben und nachgefragt, was es mit dem Inhalt des Artikels auf sich hat...

Folgende Antwort, die ich hier mit seinem Einverständnis poste, habe ich bekommen:

Hallo xxx,
hmmm... hab ich gerade gelesen.

Ehrlich gesagt weiß ich nicht wirklich, ob ich da persönlich interviewt worden bin oder ob man mich nur aus anderen Quellen zitiert. Ich bekomme ja mindestens 1 - 3 Anrufe oder Mails von Journalisten pro Woche zu unterschiedlichen Themen wie BIID, BodyModification, Halluzinationen, Parkinsonismus usw.. usf... etc.. Das kann ich mir schon lange nicht mehr merken.

Der Artikel enthält mehrere Fehler und ich habe die Äußerungen, die mir da in den Mund gelegt werden, nie Korrektur gelesen. So z.B. bin ich definitiv Psychologe und nicht Psychiater. Wie man auf 5.000 Betroffene weltweit kommt, wüsste ich auch gerne, dazu gibt es keine Studien. Defintiv falsch ist, dass es ein Medikament gäbe, das den Betroffenen hilft. Ganz im Gegenteil haben sich in unseren Studien alle Beteiligten negativ zu Psychopharmaka geäußert. Richtig wäre gewesen, dass einige psychotherapeutische Verfahren den Betroffenen helfen mit dem Drang besser umzugehen, aber keine wirkliche Heilung bilden. Allerdings kontrastiert der Satz über die positive Wirkung von Medikamenten ja dann mit dem Abschluss, wo ich damit zitiert werde, dass letztlich nur die Amputation den Betroffenen hilft.

Auch vertrete ich nicht nun gar die Ansicht, dass BIID-Betroffene einen Hirnschaden haben. Ganz im Gegenteil ist diese Läsion ja nie gefunden worden und meine Daten verweisen eher auf die psychische Komponente, etwa der Wechsel des Wunsches von einer Seite auf die andere..

Letztlich ist da einiges schief gelaufen, weil mir der Artikel nicht zur Abnahme vorgelegt worden ist, sonst hätte man solche Fehler vermeiden können. Auch die Überschrift finde ich nicht so prickelnd. Andererseits ist, vom Grundtenor her, der Artikel ja noch weitgehend OK und stellt BIID nicht als "Verrückte" dar, sondern als Menschen, die nichts für ihr Leiden können.

Tschüß

e r i c h k a s t e n



Liebe Grüße
RollingLady

_________________
Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum


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 Betreff des Beitrags: Re: Bericht in RP-Online
 Beitrag Verfasst: So 7. Jun 2015, 20:18 
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Registriert: Sa 15. Jan 2011, 16:27
Beiträge: 1307
Wohnort: Rheinland
Danke RollingLady, dass Du Prof. Kasten diesbezüglich angeschrieben hast. Schade, dass einige Details in diesem Artikel einer genauen Analyse nicht standhalten. Aber das lässt sich wohl in der vielfältigen Print- und Online-Presse heutzutage wohl nicht verhindern.

Lg Dein LAK


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