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 Betreff des Beitrags: Vorstellung QSL + Kurzsichtigkeit
 Beitrag Verfasst: Fr 13. Okt 2017, 16:14 
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Registriert: Do 12. Okt 2017, 15:52
Beiträge: 4
Seit einigen Jahren als stiller Mitleser habe ich mich nun entschlossen, mich auch vorzustellen.

Als Kind bereits (soweit ich mich erinnere schon in der Grundschule) hatte ich den Wunsch, stark kurzsichtig zu sein und eine Brille tragen zu müssen. Auch fühlte ich mich extrem angezogen, wenn ich eine/n Rollstuhlfahrer/in sah. Ich habe Menschen, die so waren, beneidet, aber mir darüber nie großartig Gedanken gemacht, da es keinen wirklichen Leidensdruck gab.

Als Teenager bekam ich eine Brille, ein Teil meiner Wünsche realisierte sich, jedoche sehnte und sehne ich mich nach immer höherer Kurzsichtigkeit. Eine Mitschülerin, die im Rollstuhl saß, beneidete ich, ohne aber zu verstehen, aus welchem Grund. Ich vermutete damals, es habe mit ihrem Anderssein zu tun, eine Wahrnehmung vielleicht, die viele Menschen haben, wenn sie eine behinderte Person sehen und sich fragen, wie das Leben als Behinderte/r wohl wäre.

Es mussten erst viele weitere Jahre vergehen, bis es in mir zu Klarheit kam: ich möchte querschnittsgelähmt sein und weiß mittlerweile sehr genau, dass es ein Querschnitt auf Th11 sein sollte, ich spüre die Stelle, an der Bewegung und Sensibilität enden sollen, millimetergenau. Kein Tag vergeht, an dem ich mir nicht vorstelle, wie es wäre, kein Tag, an dem ich nicht die Konsquenzen durchspiele, abwäge, mich frage, ob ich - gäbe es die Möglichkeit, meinen Wunsch in die Tat umzusetzen - auch den Mut hätte, es zu tun. Mir sind die Folgen klar, in unzähligen Stunden habe ich mich genau informiert, kenne Komplikationen, Einschränkungen, Hilfsmittel und Möglichkeiten.

Nachdem ich meinen Wunsch nach stärkerer Kurzsichtigkeit (mit Kontaklinsen unter einer stärkeren Brille) bereits ausleben kann und weiß, wie wohl ich mich dabei fühle, konnte ich kürzlich auch einen für mich genau passenden Rollstuhl nutzen, zuerst zu Hause, dann in der Öffentlichkeit. Es war wie eine Offenbarung: ja, das ist richtig! Ja, so will ich sein! Oder noch besser: so bin ich. Genauso gelingt es mir, mir in bestimmter Weise zu setzen, so dass ein Bein für kurze Zeit so einschläft, dass weder Gefühl noch Bewegung möglich sind, der Blick auf meinen eigenen Fuß, die Unfähigkeit ihn zu spüren oder zu bewegen, zeigt mir genau: so sollte es sein, so ist es richtig.

Verrückt fühle ich mich nicht, mir ist klar, wieviele Spielarten der subjektiven Wahrnehmung das Leben bereithalten kann, dennoch habe ich noch nie jemandem davon erzählt und frage mich natürlich auch, warum ich wohl so bin, obgleich mir eine Antwort darauf kaum weiterhelfen würde. Der Leidensdruck wird größer, die Gedanken kreisen immer mehr um dieses Thema, es wird schwieriger, es in den Hintergrund zu drängen. Ich phantasiere, auf welche Weise der Querschnitt bei mir eintreten könnte, hoffe, es könnte wie auch meine Kurzsichtigkeit eines Tags wahr werden.

Erst im Rückblick, auch beim Lesen einiger Beiträge hier, wurde mir klar, dass ich mit meinen Gedanken und Gefühlen nicht allein bin auf der Welt, war überrascht, um ehrlich zu sein. Trotzdem, nur ein kleiner Trost.

Viele Grüße,
Sciqsl


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 Beitrag Verfasst: Sa 14. Okt 2017, 14:41 
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Registriert: So 4. Okt 2015, 08:41
Beiträge: 33
Wohnort: Tirol
Hallo
Was verstehst Du unter stark kurzsichtig
lg Bergwolf





haallo


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 Beitrag Verfasst: Mo 16. Okt 2017, 16:40 
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Registriert: Do 12. Okt 2017, 15:52
Beiträge: 4
Mit stark kurzsichtig meine ich mehr als etwa -15 dpt.
Gruß, Sciqsl


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 Beitrag Verfasst: Mo 16. Okt 2017, 17:53 
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Registriert: So 4. Okt 2015, 08:41
Beiträge: 33
Wohnort: Tirol
Hallo Scqsl

Das ist schon ganz schn kurzsichtig.
Melde Dich im internen Bereich an dann kann ich Dir per PN schreiben

PS: Ich trage dauernd + 15 Brille mit passenden minus Linsen
lg
Bergwolf


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 Beitrag Verfasst: So 29. Okt 2017, 11:19 
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Registriert: Do 29. Dez 2016, 09:38
Beiträge: 62
Wohnort: Zäziwil, Region Bern
Hallo Sciqsl

Mein Wunsch ist eine komplette QSL von TH10, da mich seit ich 5 bin alles stört was ich unterhalb vom Bauchnabel an spüre und aktiv bewegen kann. Ich sitze unfallbedingt mit irreparablen Knieverletzung beider Knie im seit 4 Jahren im Rolli. Diesen musste ich mir noch selbst kaufen und der ist aus Kostengründen nicht auf mich zugeschnitten. Zur Zeit kämpfe ich mit der Invalidenversicherung für einen massgeschneiterten Rolli. den Kampf um eine (Teil-) Rente habe ich schon verloren. Ich genisse Rollstuhlfahren, sehe aber auch, und dies bedaure ich, was ich nicht mehr machen kann, weil für Rollifahrer noch viele Barrieren vorhanden sind. Am meisten vermisse ich das Reiten und das Bergwandern. Auch schwierig wird die Stellensuche als Rollifahrer und dies mit 54.

_________________
Der Wunsch bleibt, die Realität leider auch.

Grüsse BiidTom


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 Beitrag Verfasst: Sa 4. Nov 2017, 17:32 
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Registriert: Do 12. Okt 2017, 15:52
Beiträge: 4
Hallo Bergwolf,

mir ist klar, dass vieles im Rollstuhl nicht mehr oder nur eingeschränkt möglich ist bzw. wäre. Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich, könnte ich mich morgen für eine dauerhafte QSL entscheiden, den Mut hätte, das auch zu tun, da mir (zumindest die meisten) Konsequenzen völlig bewusst sind. Könnte ich das temporär, z.B. für ein paar Wochen, ausprobieren, würde ich keine Sekunde zögern.

Trotzdem, ich merke, dass der Wunsch nach der QSL mit der Zeit immer größer wird. Mir geht es vor allem um den Sinnesverlust und die Bewegungsunfähigkeit der betroffenen Körperteile. Der Rollstuhl ist ja nur ein Hilfsmittel für diesen Zustand.

Viele Grüße


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 Beitrag Verfasst: Sa 4. Nov 2017, 19:48 
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Registriert: Do 29. Dez 2016, 09:38
Beiträge: 62
Wohnort: Zäziwil, Region Bern
Hallo
Leider ist der Rolli nur ein Hilfsmittel, sich fortzubewgen, wenn man Stark gehbehindert oder eine QSL hat.

Ich benötige, wie im Beitrag vom 29. Oktober beschrieben ein solches Hilfsmittel.

Es wäre schön, wenn man mittels Lombalanesthäsie, die höhe von wo an gelähmt sein will über längere Zeit ausprobieren könnte und auch üben könnte wie man im Alltag mit einer QSL zurecht kommt.

_________________
Der Wunsch bleibt, die Realität leider auch.

Grüsse BiidTom


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 Beitrag Verfasst: Fr 24. Nov 2017, 17:27 
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Registriert: Do 12. Okt 2017, 15:52
Beiträge: 4
Die Möglichkeit, die Lähmung mit einer Lumbalanästhesie auszuprobieren, geht mir auch schon länger durch den Kopf. Sollte bei mir jemals eine OP an den Beinen o.ä. durchgeführt werden müssen, würde ich mich selbstverständlich für diese Art der Anästhesie entscheiden.
Ohne "Notwendigkeit" wird ein Arzt sicher keine Anästhesie durchführen (dürfen).


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